Wilde basics

Die Tücken des Niedrigtemperatur- Garens

26. Dezember 2018

Durch die Zunehmende Beliebtheit des Sous Vide- und Niedrigtemperaturgarens erreichen mich immer öfter Fragen, zu völlig in die Hose gegangener Niedrigtemperatur- Zubereitung von Wildbret. Speziell Rehwild tendiert offenbar dazu dabei eine matschig, breiige Konsistenz und einen an Leber erinnernden Geschmack anzunehmen.

Das ist natürlich in doppelter Hinsicht ärgerlich, da Wildbret traditionell an Festtagen und zu besonderen Gelegenheiten zubereitet wird und der Koch in der Regel kein zweites Stück vorbereitet hat um einen weiteren Versuch zu wagen und so das Festtagsessen zu retten.

Einige Quellen vermuten, dass das verwendete Wildbret nicht ausreichend abgehangen, oder sauber verarbeitet war, zum Zeitpunkt seiner Erlegung Stress (Drückjagd, von Hund niedergezogen etc.) hatte oder nicht richtig aufgetaut war.

Das einzige, worin sich die meisten Quellen im Internet übereinstimmen, ist die Art der Zubereitung: Das Wildbret wird mariniert, rundum scharf angebraten und dann bei ca. 85° für 4h in die Röhre geschoben. Durch das scharfe Anbraten, die Zubereitung im Schlauch oder Folie erhält man im Prinzip eine (Lactat-)Hülle und innerhalb der Hülle geschieht das Gleiche was in einem Dampfkochtopf oder Bratschlauch bei zu hoher Temperatur geschieht: der Inhalt zerkochte zu Brei.

Mehrere Faktoren fördern das Phänomen: Die Reihenfolge Anbraten, NT-Garen, zu hohe Temperaturen und zu lange Garzeit. Mein Tipp: Bei Rehwild die 55°C anpeilen, maximal 3h garen, dann anbraten. Falls das Ergebnis noch zu rosa ist eben länger braten…

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1 Comment

  • Reply Michael Maempel 3. Januar 2019 at 08:17

    Lieber Werner,
    Vielen Dank für deine tolllen Wild-Grill-Rezepte und den Hinweisen zur Fehlervermeidung. Bisher hatte ich, dank deiner Tipps, immer genussvolle Esser am Tisch.
    Vielen Dank nochmal und weiter so.
    Michael

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